BA Award 2026 HEAD
Der BA Award wird jährlich an Absolvent:innen von fünf Schweizer Designhochschulen vergeben. Ausgezeichnet werden herausragende Abschlussarbeiten, die durch gestalterische Qualität, visionäre Ansätze und gesellschaftliche Relevanz überzeugen. Die Preisträger:innen erhalten Unterstützung beim Berufseinstieg, Zugang zum SDA-Netzwerk sowie eine dreijährige Jungmitgliedschaft. Mehr Infos zu den BA Awards finden sich hier.
Für den BA Award 2026 nominierte die HEAD folgende Projekte.

Das Gewinner-Projekt
Archeologia Familiare von Flora Pagliarani, Design de Produit, Bijou et accessoires
Ausgangspunkt der Kollektion sind Familienschmuckstücke: Gegenstände, die weitervererbt wurden, die manchmal beschädigt oder unvollständig sind oder die im Laufe der Zeit einfach ihre Funktion verloren haben. Es sind Gegenstände, die man aufbewahrt – oft ganz hinten in einer Schublade –, ohne sie wirklich zu benutzen, an denen aber nach wie vor ein starker emotionaler Wert haftet. Selbst wenn sie nicht mehr getragen werden, strahlen sie weiterhin eine Präsenz aus, bewahren eine Erinnerung, wie kleine archäologische Spuren des Familienlebens. Das so gewonnene Material wird in mundgeblasenes Glas eingeschlossen, ein Material, das seinen Inhalt offenbart und in der Lage zu sein scheint, eine Spur in der Zeit anzuhalten. Die Form des Glases ist vom Originalobjekt inspiriert, ohne es jemals exakt nachzubilden. Diese Abweichung ist mir wichtig, denn auch die Erinnerung verwandelt die Dinge. Man erkennt einen Gegenstand nach langer Zeit weiterhin wieder, auch wenn sein Bild unschärfer, verzerrter und fragmentarischer wird. Durch das Glas und die Verwandlung des Materials versucht das Projekt, dieses mentale Phänomen konkret und sichtbar zu machen. Die Transparenz des Glases erinnert an das Wesen der Erinnerung selbst: eine anhaltende, aber unfassbare Präsenz, von der manchmal nur noch Fragmente übrig bleiben.
Jurykommentar
Die Jury würdigt die Finesse der handwerklichen Arbeit von Flora Pagliarani, die dem Erbe der ihr vorausgegangenen Goldschmiede und Goldschmiedinnen Tribut zollt, indem sie auf einfühlsame Weise die generationsübergreifende Erinnerung erforscht. Ihre von Poesie geprägten Kreationen verbinden auf subtile Weise Technik und Emotion. Die Beherrschung der besonders anspruchsvollen Glasbearbeitung hat die Jury beeindruckt und eröffnet vielversprechende Perspektiven für den Markteintritt. Die Jury ermutigt sie, diesen Weg fortzusetzen und ihre Formensprache weiter zu verfeinern, um Stücke zu entwerfen, die sowohl beim Betrachten als auch beim Tragen zu bezaubern vermögen.
Die weiteren nominierten Projekte
La vitrine sentimentale
von Jeanne Broquet
Tools noise for a quiet daydream
von Rose Perle Dubas
Tender Objects
von Mäelle Lezebot & Flora Lingenhel
ALP
von Maëlle Pasteur
Entre-Deux
von Prout Akriti
Die Jurymitglieder
- Renaud Defrancesco | Produktdesigner
- Valentine Ebner | Modedesignerin (Jury-Vorsitz)
- Clara Jeannet | Kunsthistorikerin und Design-Journalistin
- Dorothée Loustalot | Designerin von Schmuck, Accessoires und Produkten
- Andréa Muller | International design manager